Trolla, der kleine Hobbit

Der Grund dafür, dass dieser Blog so lange schweigt, ist ganz einfach: Ich bin in Wahrheit der kleine Hobbit.

Hallo liebe Freunde des schlechten Geschmacks, Trolla Glong meldet sich zurück zum Dienst. Die lange Ruhepause hier auf dem Blog hat einige gute Gründe, zwölf an der Zahl, um genau zu sein. Irgendwann so Anfang, Mitte Dezember entdeckte ich nämlich, dass ich der kleine Hobbit bin.

 

hobbit

 

Nur dass bei mir nicht zwölf feuchtfröhlich feiernde Zwerge namens Thorin, Nori, Ori, Oin, Gloin, Fili, Kili, Balin, Dwalin, Bifur, Bofur und Bombur an die Tür klopften, sondern tödliche To-Do-Listen, pieselige Pflichten und mistige Malochen. Meine zwölf Zwerge hießen Uni, Job Nr. Eins, Job Nr. Zwei, Weihnachten, Haushalt, Krankes Haustier Nr. Eins, Krankes Haustier Nr. Zwei, Krankes Haustier Nr. Drei und Online-Seminar, und die letzten beiden hatten eine Reihe obszöner Schimpfwörter als Namen, die ich hier nicht wiederholen möchte.

 

Es fing alles damit an, dass vor einigen Wochen die Türklingel schellte. Es war die Uni. Sie setzte sich in meine Küche und blieb, die dreiste Sau.

 

uni

 

 

Job Nr. Eins ist schon länger Dauergast bei mir zuhause. Zuerst sah es auch so aus, als bleibe er friedlich, aber dann überlegte er es sich anders und wartete im Dezember mit einem besonders dramatischen Auftritt auf.

 

job1

 

 

Dann kam Weihnachten um die Ecke und war insgesamt wenig hilfreich.

 

weihnachten

 

 

Job Nr. Zwei kam angeschlichen wie ein Hungertuch; kaum hatte er sich aber auf dem Sofa niedergelassen, blähte sich auf wie der Kehlsack einer pickeligen Kröte und machte entsprechenden Krach.

 

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Haushalt war ein dicker, fetter, mürrischer, undankbarer, ungewaschener, stinkender Riese  von einem Zwerg.

 

haushalt

 

 

Die Kollegen Krankes Haustier Nr. Eins, Nr. Zwei und Nr. Drei kamen zusammen – zweimal Krebs und eine kaputtgegangene Kastration. Es lief darauf hinaus, dass wir alle zwei Tage mit irgendeiner Ratte zum Tierarzt fahren mussten, und das ist keine Übertreibung, sondern traurige Wahrheit. Der kleine Mann musste alle paar Tage punktiert und die alten Damen im Akkord operiert, nachuntersucht und dicker Nähte entledigt werden. Insgesamt kein Spaß, der sich bis nach Neujahr hinzog und zu dem mir partout kein witziger Comic einfallen will. Die gute Nachricht: Alle haben überlebt. (Die schlechte Nachricht: Ich weiß jetzt wieder, wozu ich zwei Jobs brauche.)

 

 

Online-Seminar brachte zwar acht ECTS-Punkte als Weihnachtsgeschenk mit, war aber der nervigste Gast von allen – ein unscheinbarer Typ von der Sorte, die man schlicht und ergreifend vergisst; und dann wacht man nachts schweißgebadet auf, weil einem eingefallen ist, dass man den schaurigen Kerl gar nicht nach Hause geschickt hat und er sich immer noch irgendwo in der Wohnung herumtreibt.

 

onlineseminar

 

 

Und dann zog auf einmal jemand an meinem Rockzipfel und ich stellte fest: Ich hab einen vergessen…

 

derblog

 

 

Das steckt also hinter Der Großen Stille. Unglücklicherweise sitzt die Uni immer noch in meiner Küche, isst meinen Kühlschrank leer verschwendet mein Papier. Job Nr. Eins und Job Nr. Zwei hängen auf dem Sofa herum und blockieren meinen gemütlichen Platz. Weihnachten ist zwar inzwischen betrunken nach Hause gewankt, dafür lugt aber schon ein dickes Praktikum um die Ecke, und der Haushalt belästigt mich nach Strich und Faden mit Schmutzwäsche, Dreck und überfüllten Staubsaugerbeuteln. Irgendwie fehlt mir hier ein Gandalf, der die ganze Bagage in Schach hält…